Energie sparen

Energie sparen

1. Was ist Energie?

Energie ist die Fähigkeit eines Körpers oder Stoffes Arbeit zu leisten. Energie kommt in vielfältiger Form vor. Wärme, chemische, mechanische und elektrische Energie sind die uns geläufigsten; auch die elektromagnetischen Strahlung der Sonne und die Bindung der Elektronen in den Atomen sind Energie.

Zwei Beispiele für mechanische Energie:

Das Wasser in einem Stausee hat gegenüber dem Tal einen großen Energiegehalt und würde, wenn man es plötzlich herab ließe, gewaltigen Schaden anrichten. Es stellt eine Energie der Lage dar, die potentielle Energie. Sie wird sich beim Antreiben von Wasserkraftwerken zu Nutze gemacht. Die Energie wird dabei in eine andere Form umgewandelt. Welche ungeheure Energie in Stürmen steckt, kann man immer wieder erleben. Dabei ist die Luft in Bewegung und hat Bewegungsenergie, die kinetische Energie. Diese wird in Windkraftanlagen umgewandelt und nutzbar gemacht.

Laut Energieerhaltungsgesetz geht in einem geschlossenen System keine Energie verloren. Sie wird lediglich von einer höheren Form in eine niedere Form umgewandelt. Somit kann auch keine Energie verbraucht, eingespart bzw. verschwendet werden. Selbst die Hauptüberschrift dieses Themas „Energie sparen“ ist grundsätzlich nicht richtig.
Wenn man dennoch davon spricht ist es der Tatsache geschuldet, dass die Menschheit die Energie der niederen Form nicht mehr nutzen kann; und die Erde kein geschlossenes System darstellt. Die Energie der niederen Form ist somit für uns verloren.
Es wäre schlecht zu vermitteln, wenn der gefüllte Heizöltank leer geworden ist, das Heizöl hätte sich umgewandelt.
Man spricht im Prinzip von verrichteter, mechanischer Arbeit, elektrischer Arbeit bzw. einer Wärmemenge der Energieumwandlung.
Arbeit und Energie haben dieselbe Maßeinheit. Sie wird je nach Form der Energie in Nm (Newtonmeter), Ws (Wattsekunde) bzw. J (Joule) oder in Vielfachen dieser Einheiten, wie die kWh oder das kJ, angegeben. Die cal (Kalorie) ist nicht mehr zulässig. 

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2. Was ist Energie sparen?

Bei der Energieumwandlung kann nur ein Teil in für uns nutzbare Arbeit umgewandelt werden.
Der Rest, die nicht nutzbare Arbeit bzw. Energie, sind die Verluste. Das Verhältnis zwischen beiden wird als Wirkungsgrad bezeichnet. Verluste treten sowohl beim Anbieter als auch beim Verbraucher auf.
Diese Verluste möglichst klein zu halten und den Wirkungsgrad möglichst optimal zu halten, ist das Sparen von Energie.

Ferner wird Energie gespart, wenn die Laufzeiten verkürzt werden können, um trotzdem dasselbe Ergebnis zu erhalten.
Es ist mit kleinstmöglichem Energieeinsatz, das bestmögliche Ergebnis zu erreichen. Das heißt: Weniger Rohstoff liefert mehr Energie oder mit weniger Rohstoff wird mehr nutzbare Arbeit vollbracht.
Der Verbraucher kann diese Effekte erzielen, wenn er stets die neuste, effizienteste Technik einsetzt und sein Nutzungsverhalten optimiert.
Dieser Grundsatz liegt im gesellschaftlichen Interesse, doch dieser wird nur vollzogen werden, wenn er gleichzeitig mit einer Kostenersparnis einhergeht. Dies gilt gleichermaßen beim privaten Kleinverbraucher sowie dem industriellen Großverbraucher.

Administrative Maßnahmen können, wenn man es denn will, den Prozess beschleunigen.  

3. Energieträger

Die häufigsten Energieträger, die uns begegnen, sind Brennstoffe, Elektroenergie (im Sprachgebrauch Strom) und Wärme. Selbst die beiden letztgenannten Energieträger haben zur gegenwärtigen Zeit ihren Ausgang größtenteils ebenfalls in Brennstoffen.
In den fossilen Brennstoffen, wie Kohle, Erdöl und Erdgas ist die Energie in Form von elektromagnetischen Strahlen der Sonne im Laufe der Erdgeschichte chemisch gebunden worden. Sie wird gegenwärtig mittels Verbrennung in Wärme freigesetzt und als solche genutzt oder in Elektroenergie umgewandelt.
Elektroenergie wird außerdem aus der Kernspaltung gewonnen. Diese genannten Energievorkommen einschließlich spaltbaren Material sind begrenzt und belasten die Umwelt erheblich.

Auch Kernkraftwerke sind bei dieser Betrachtung nicht auszuschließen. Die Behauptung, Kernkraftwerke seien sauber, ist einfach falsch. Sie erzeugen zwar kein CO2, dafür produzieren sie täglich den radioaktiven Müll, dessen Entsorgung weitgehend ungeklärt ist und ein zusätzliches Gefahrenpotential darstellt. Nicht außer acht zu lassen ist der GaU eines Kraftwerkes, wie in Tschernobyl, der ganze Landstriche für viele Generationen unnutzbar und menschenleer machte. 500 000 Personen sollen unmittelbar und an den Folgen der radioaktiven Verseuchung gestorben sein. Man stelle sich vor, dies wäre im dicht besiedelten Deutschland z.B. im Raum Hamburg geschehen. Eine 100% Sicherheit gibt es mit dieser Technologie nicht.

Der obige Abschnitt zur Kernenergie sowie der überwiegende Teil dieser Internetpräsenz zur Energieeinsparung wurden 2009 verfasst. Es sind noch keine zwei Jahre vergangen und mit dem schrecklichen Unglück am 11. März 2011 in Fukushima wurde die Gefährlichkeit dieser Technologie nochmals unterstrichen. Heute (9.4.2011), etwa vier Wochen nach dem Reaktor Unfällen werden diese immer noch nicht beherrscht und es gelangt täglich radioaktives Material in die Umwelt. Die Folgen in Japan und für die Menschheit sind noch nicht abzusehen.

Der Energiebedarf der Welt steigt stetig. Da die Preise von Angebot und Nachfrage maßgeblich bestimmt sind, werden diese zukünftig mit einer höheren Nachfrage steigen. Wenn es nicht gelingt, den größten Teil des Energiebedarfs mit erneuerbarer Energie abzudecken, wird mittelfristig der Bedarf nicht mehr abgesichert werden können.

Zu den alternativen, erneuerbaren Energieträgern gehört die Nutzung der Windenergie, der Sonnenstrahlung, wie Sonnenkollektoren und Solarzellen, der Gewässerströmungen, wie Stauseen mit Wasserkraftwerken oder die Nutzung von Biomasse. Gezeiten und Erdwärme fallen ebenfalls unter diese Gruppe.

In vielen Fällen der alternativen Energienutzung finden mehrere Umwandlungsprozesse statt, bis die Energie durch uns genutzt werden kann. Beispielsweise entsteht bei der Nutzung von Biomasse u.a. Methan, das verbrannt wird, Wasser erhitzt und dabei Druck als Wasser-Dampf entsteht. Dieser wiederum treibt eine Turbine an, die in einem Generator dann für uns nutzbare Elektroenergie erzeugt.

4. Lieferarten & -größen

Die Energieversorgungsunternehmen wandeln die Energievorkommen in für die Verbraucher nutzbare Formen um, bzw. bereiten sie so auf, dass sie beispielsweise als Kraftstoffe in den Handel kommen.
Die bei den leitungsgebundenen Energieträgern (Fernwärme, Elektroenergie, Erdgas) am häufigsten angewendete Einheit für Arbeit und Energie ist die Kilowattstunde kWh. Kraftstoffe werden in Liter l und feste Brennstoffe in kg angeboten Um letztere zu bewerten muss man den Heizwert berücksichtigen.

Es bestehen folgende Zusammenhänge:

1 Ws = 1 J = 1 Nm (1 Wattsekunde = 1 Joule = 1 Newtonmeter)

1 Ws = 0,2388 cal (1 Wattsekunde = 0,2388 Kalorien)

1 kWh = 3.600.000 Ws

1 kWh = 860 kcal (1 Kilowattstunde = 860 Kilokalorien)

1 kWh = 3600 kJ (1 Kilowattstunde = 3600 Kilojoule)

1 MWh = 1000 kWh

1 kg Braunkohlenbrikett ≙ 5,6 kWh

1 kg Steinkohle ≙ 8,3 kWh

1 kg Koks ≙ 8,1 kWh

1 kg Holz ≙ 4,3 kWh

1 l Benzin ≙ 8,5.kWh

1 l Diesel ≙ 10,1 kWh

1.l Heizöl ≙ 10,3 kWh

1 m³ Erdgas ≙ 9,5 kWh

Damit man sich etwas unter 1 kWh vorstellen kann, einige Beispiele für die Arbeit einer Kilowattstunde:

1 Eimer Wasser bis zum Siedepunkt erhitzen

ca. 3 Stunden bügeln mit dem Elektroherd ein einfaches Mittagessen für vier Personen kochen

mit einem Standard PC (2009) 10 Stunden im Internet surfen oder mit Office arbeiten

3,5 Stunden mit einem PC, optimiert für Spiele, Aktion-Spiele zocken

eine Elektrolokomotive BR 103 ca. 3 m hochheben

eine Glühlampe 100 W 10 Stunden betreiben

eine Energiesparlampe gleicher Leuchtstärke 50 Stunden betreiben

Ein Begriff ist zur Beurteilung von energetischen Prozessen noch von Bedeutung.

Es ist die Leistung.

Die Leistung wird am häufigsten in kW angegeben. Sie ist die Arbeit pro Zeiteinheit, die Leistungsaufnahme eines Gerätes, der Momentanwert der Arbeit.

Die Leistung wird durch die technische Beschaffenheit der Geräte bestimmt. Sie findet zur Bemessung der Versorgungsleitungen bzw. der Speicher Beachtung. Wer Energie sparen will, achtet ebenfalls auf Geräte mit niedriger Leistung.

5. Sparfaktoren

Aus der Gleichung Arbeit = Leistung x Zeit ist erkennbar, dass zwei Faktoren den Energieverbrauch bestimmen.

Es ist zum einen die Leistung der Geräte und zum anderen die Einschaltdauer der Haushaltsgeräte. Neue Geräte, wie Heizkessel, Kühlschrank und Waschmaschine haben in der Regel einen deutlich geringeren Energieverbrauch als vor einigen Jahren. Nun kann man nicht immer die neusten Geräte anschaffen, aber beim Neukauf sollten vor allen solche der Energie-Effizienzklassen A bzw. A++ erworben werden.

Der etwas teurere Anschaffungspreis ist relativ schnell durch niedrigere Energiekosten wieder erwirtschaftet. Geräte der Klassen D bis G sind heute kaum noch im Handel erhältlich. Da die Geräte immer energieeffizienter werden, soll zukünftig das Label anders gestaltet werden. Rechts neben dem A erscheint künftig eine Zahl, die angibt um wieviel Prozent das entsprechende Gerät besser ist, als die Klasse A.

Ab 1. März 2021 erscheint ein neues Energielabel. Es gilt zunächst für Waschmaschinen, Kühlgeräte, Fernseher und Geschirrspühler. Andere Geräte folgen später. Die +++ Klassen werden abgeschafft. Was vorher A+++ war wird etwa als Klasse C eingestuft bei gleichgebliebender Energieeffizienz. Damit ist mehr Raum nach oben für zukünftige Produkte. Hinzugekommen sind ein QR-Kode oben rechts und unten verschiedene Angaben mittels Pictogrammen.

Gleichzeitig werden die Energieressourcen geschont. Dauerläufer, also Geräte, die 24 Stunden am Tag, an allen Tagen im Jahr betrieben werden, bedürfen einer genauen Analyse. Sie sind in der Regel für einen nicht unerheblichen Teil des Energieverbrauchs verantwortlich.
Es ist zu untersuchen, ob sie wirklich immer betrieben werden müssen. Viele Geräte, wie beispielsweise die Kühlschränke besitzen eine Automatik, die sie nur zuschaltet, wenn bestimmte Parameter erfüllt sind. Solche Geräte sind natürlich keine Dauerläufer.

Fazit: Geräte mit geringer Leistungsaufnahme verwenden und auf möglich kurze Betriebszeiten achten.  

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6. Einsparung in privaten Haushalten

6.1. Grundsätze

Es ist immer wieder zu lesen, dass im Haushalt 60% bis 85% des Energieverbrauchs für Heizung und Warmwasserbereitung aufgewendet werden.
Gemäß dem Grundsatz, wo am meisten verbraucht wird, kann auch am besten gespart werden, gilt das Hauptaugenmerk demzufolge der Senkung des Energieaufwandes für Heizung und Warmwasserbereitung. Dies mag auf den Verbrauch von Energieträgern zutreffen.

Werden die Kosten betrachtet stimmt diese Aussage nicht mehr, da die Elektroenergie einen bis zu vierfachen Preis aufweist, je nachdem, ob für die Heizung Holz, Kohle, öl, Gas oder Fernwärme eingesetzt wurde.
Es wurden auch Haushalte beobachtet, die die Heizung und WW mit Fernwärme abdecken und der Elektroenergieverbrauch geringfügig darüber lag.

Ein ausgewähltes Beispiel: 2 Personenhaushalt, Gebäude mit Wärmeschutzdämmung, Wohnung innen liegend.

Fernwärme: 2374 kWh Kosten: 294,00 Euro

ElektroEnerg: 2400 kWh Kosten: 442,20 Euro

Fazit: Immer den Verbrauch analysieren und bei Heizung und Elektroenergie Sparmöglichkeiten finden.

Das Potential an Energie für Heizung und WW zu sparen ist sehrHeizkostenverteiler unterschiedlich. Es ergeben sich in einem Einfamilienhaus wesentlich günstigere Bedingungen als in einer Mietwohnung im Hochhaus bzw. Eigentumswohnung in einer Wohnanlage.

Die beiden letztgenannten sind in ihren Möglichkeiten stark eingeschränkt. Es ist der Energieträger vorgegeben und die Verbrauchs-Umlage erfolgt mindesten zu 30% entsprechend der Wohnfläche.

Der Heizungsverbrauch wird mittels Heizkostenverteiler ermittelt. Die kleinen Messgeräte an den Heizkörpern sind keine Wärme-Messgeräte. Sie ermitteln eine verbrauchsabhängige Größe, anhand der die Gesamtwärmemenge für das Gebäude auf die einzelnen Wohnungen verteilt wird.
Die an die einzelnen Mieter ausgehändigte Jahresabrechnung ist sehr schwer nachzuvollziehen und enthält selten konkrete Angaben zum Wärmeverbrauch in kWh für die einzelne Wohnung.
Die Lage der Wohnung ist ebenfalls von entscheidender Bedeutung. Eine innen liegende Wohnung, die nur an der Fensterseite Außenwände hat, kann mit bis zu 50% weniger Heizenergie auskommen, als eine Wohnung unter dem Dach mit vielen Außenwänden. Diese Tatsache kann man nur bei der Anmietung bzw. dem Kauf der Wohnung beeinflussen.

Auf Grund der vielen Außenwände ist der Wärmebedarf pro m² Wohnfläche in einem Einfamilienhaus grundsätzlich größer, als in einem Mehrfamilienhaus. Daran ändert auch eine besonders gute Isolierung nichts. Letzendlich kann diese an einem Mehrfamilienhaus ebenfalls angebracht werden.

6.2. Tipps zur Einsparung

6.2.1. Heizung

6.2.1.1.Lüftung

Je nach Erfordernis 3-4 Minuten Stoßlüften bei weit geöffnetem Fenster. Ein ständig wenig geöffnetes Fenster führt zu hohen Kosten. Auf eine zweckmäßige Raum-Luftfeuchtigkeit zwischen 40% und 60% relativer Luftfeuchtigkeit ist zu achten. Gegebenenfalls ist ein Hygrometer anzuschaffen.

6.2.1.2. Raumtemperatur

Die optimale Raumtemperatur für unser Wohlbefinden beträgt 21°C bis 22°C. Darüber sollte man die Raumtemperatur nicht heizen, da sich die Energiekosten dafür mit jedem °C um ca. 6% erhöhen.
In Abwesenheit 3-4°C darunter einstellen. Wird die Temperatur mehr abgesenkt, ist die Wärmemenge zum Wiederaufheizen größer als die eingesparte. Bei längerer Abwesenheit, wie Urlaub, kann auf 10°C-15°C abgesenkt werden.

Die Temperatur der Möbel und Wände hat ebenfalls Einfluss auf unser Wohlbefinden, da diese durch Strahlung unseren Körper erreichen. Sind diese kälter als die Raumtemperatur, wie das bei zu großer Temperaturabsenkung der Fall ist, hat man ein unbehagliches Gefühl. Für Schlafräume sind 15°C ausreichend

6.2.1.3. Fenster

Es ist auf dichte Fenster zu achten. Gegebenenfalls sind die dichtenden Hohlprofile an den Fenstern zu erneuern bzw. der Verschlussmechanismus der Fenster einstellen zu lassen. Während der Dunkelheit sollten, wenn vorhanden, Jalousien oder Rollos geschlossen gehalten werden, da so eine zusätzliche Wärmedämmung zur Fensterfläche geschaffen wird. Gleiches gilt für übergardinen.

6.2.1.4. Sonstige

Es ist immer wieder beliebt, die Heizkörper zu verkleiden oder die Gardinen vor den Heizkörpern anzuordnen. Beides hat einen negativen Einfluss auf die Funktionsfähigkeit des Heizkörpers und die Höhe der Energiekosten.

6.2.2. Warmwasser

Bei WW wird man im Prinzip doppelt zu Kasse gebeten. Es sind einerseits die Kosten für die Wärme und anderseits die Kosten für Wasser & Abwasser zu zahlen.

6.2.2.1. Temperatur

Wer diese beeinflussen kann, sollte diese auf 50 °C bis 60 °C einstellen. Gemäß dem Grundsatz „Gesundheit geht vor Energie sparen“ sollten die Temperaturen nicht darunter liegen, da es sonst zur Vermehrung von Legionellen kommen kann. Legionellen sind im Trinkwasser vorkommende Bakterien, die sich bei Wassertemperaturen zwischen 30 °C bis 45°C heftig vermehren. Sie verursachen eine oft tödlich verlaufende Lungenentzündung, nachdem sie als Aerosol beim Duschen mit verseuchtem Wasser in die Lunge gelangt sind.

6.2.2.2. Auslaufarmaturen ( Wasserhähne)

Es ist immer darauf zu achten, dass alle Wasserentnahmestellen völlig geschlossen sind. Bereits bei heftigen Tropfen ist ein ist ein 10 l Eimer in etwa 8 Stunden voll.
Hersteller von Wasserspardüsen für alle gängigen Armaturen versprechen Ersparnisse von 50%. Diese mischen Luft in den Wasserstrom. Beim Duschen Duschsparköpfe bzw. Duschköpfe mit verstellbarer Wassermenge verwenden

6.2.2.3. Benutzerverhalten

Duschen spart gegenüber dem Wannenbad bis zu 75% Wasser. Spülen nicht unter fließendem Wasser vornehmen.

6.2.3. Elektroenergie

Um sich einen überblick zu verschaffen, sollte von allen im Haushalt benutzten Elektro-Geräten eine übersicht erstellt werden, in der die Leistungsaufnahme in Watt und die wöchentliche Betriebszeit in Stunden eingetragen werden.

Die Leistungsaufnahme ist auf den Geräten größtenteils angegeben. Vorsicht bei Geräten mit Ausschaltern, die die Geräte nicht wirklich ausschalten und nach wie vor einen Verbrauch haben.

Um diese Geräte festzustellen, kommt man um die Anschaffung eines Energiemonitors nicht herum. Für den Hausgebrauch gibt es verschieden Modelle günstig im Handel zu erwerben. Mit diesen Geräten kann man die Leistung für den jeweiligen Betriebszustand feststellen, den Verbrauch über einen bestimmten Zeitraum messen und, je nach Ausführung, weitere Größen bestimmen.

Anhand der erstellten übersicht können nun Verbrauchsoptimierungen vorgenommen werden.

6.2.3.1. Geräte mit Standby

Diese Geräte haben 2 bzw. 3 Verbrauchszustände:

Betriebszustand
Betriebsbereitschaft (Standby)
am Gerät ausgeschaltet

Das Ausschalten ist nur vollzogen, wenn dieser Geräteschalter vor dem Netzteil des Gerätes angeordnet ist. Dies ist heute aus funktionellen Gründen selten der Fall, so dass die Leistungsaufnahme dieser Geräte in diesem Zustand unwesentlich von der im Standby abweicht.
In einem normalen Haushalt kommen schnell 10 solcher Geräte zusammen. Vor allen ältere Geräte weisen eine Leistung im Standby um 15 W aus. Neuere kommen meistens mit bis zu 5 W aus. Achtung, bei einigen Geräten gehen beim vollständigen Ausschalten alle vorgenommenen Einstellungen verloren. Man sollte vor dem Kauf darauf achten, nur Geräte mit entsprechenden Stützbatterien zu erwerben.

Beim gegenwärtigen (2011) durchschnittlichen Bruttostrompreis für eine kWh von 0,20 Euro entstehen pro Watt Standby-Leistung im Jahr Kosten in Höhe von 1,75 Euro. Bei 30 W sind es bereits 52,50 Euro.

Abhilfe ist durch zusätzliche Schalter in der Stromversorgung der Standby-Geräte, wie eine schaltbare Steckdosenleiste zu schaffen. Diese sind häufig mit einem überspannungsschutz kombiniert. Abschaltbare Zwischenstecker und Kabelzwischenschalter können auch verwendet werden.

6.2.3.2. Elektroherd

Der Elektroherd hat in der Regel den größten elektrischen Anschlusswert. Es sollten deshalb Verluste beim Kochen und Backen minimiert werden. Immer Töpfe und Pfannen mit glatten, planen Boden verwenden. Die Topfgröße sollte immer der Heizfläche des Herdes entsprechen.

Immer einen Deckel verwenden. Es ist rechtzeitig abzuschalten, um den Nachheizeffekt zu nutzen. Bei Kleinmengen sollte man alternative Geräte, wie Wasserkocher oder Eierkocher, verwenden.

6.2.3.3. Geschirr spülen

Nach gegenwärtigem Stand der Technik benötigt das Spülen mit Maschine weniger Energie als das Spülen von Hand. Den Geschirrspüler immer optimal mit Geschirr befüllen. In der Regel die Energiesparprogramme der Maschine bzw. Programme, die länger dauern nutzen. Für die Neuanschaffung eines Geschirrspülers gilt das unter Punkt 5 gesagte.

6.2.3.4. Waschmaschine

Für die Neuanschaffung einer Waschmaschine gilt das unter Punkt 5 gesagte. Das für den Haushalt richtige Fassungsvermögen der Maschine ist beim Kauf zu beachten (3 bis 5 Personenhaushalt 4 bis 5 kg). Beim Waschgang die Maschine optimal auffüllen. Möglichst niedrige Temperaturen beim Waschen verwenden.

Wäschetrockner sind Energiefresser und solltennach Möglichkeit keine Verwendung finden.

6.2.3.5. Kühlgeräte

Für die Neuanschaffung von Kühlgeräten gilt das unter Punkt 5 gesagte. Nach Möglichkeit sind zumindest die Gefriertruhe oder -schrank in kühlere Räume zu stellen.

Ansonsten sind Kühlschrank und Gefrierschrank nebeneinander und nicht in die Nähe von Wärmequellen, wie Heizkörper oder Herd, zu stellen. Gefrostetes gut 24 Stunden vor Gebrauch aus dem Gefrierschrank in den Kühlschrank legen, damit die Schmelzwärme dem Kühlfach entnommen wird.
Die Schmelzwärme beträgt bei Wasser 334 kJ/kg (etwas weniger als ½ Kilowattstunde) und ist notwendig, damit Eis flüssig wird.

6.2.3.6. Beleuchtung

Die Beleuchtung hat im Haushalt den geringsten Anteil am Energieverbrauch. Sie bietet dennoch gute Möglichkeiten zum Sparen.

Energiesparlampen benötigen bei gleicher Leuchtstärke von Glühlampen 80% weniger Energie. Halogenlampen sind keine Energiesparlampen, aber etwas günstiger im Verbrauch als Glühlampen. Leuchtstoffröhren sind etwa 7 mal effektiver als Glühlampen.
LED Lampen sind am effektivsten, aber zur Zeit (2009) nicht ausgereift. Das mit ihnen erzeugte Licht ist unangenehm.

Man sollte solange, wie möglich, Tageslicht nutzen sowie gut lichtdurchlässige Gardinen verwenden. Platzbeleuchtung ist vorzuziehen. Es sollten nicht immer alle Lampen eines Leuchters angeschaltet werden. Die Leuchter sollten nicht mit lichtverschluckenden Verzierungen (Sonnenbrilleneffekt) versehen sein.

In Abwesenheit sollte die Beleuchtung in der Regel abgeschaltet sein.

6.2.3.7. Computer

Computer werden immer leistungsstärker und leider ist die elektrische Leistungsaufnahme stetig gestiegen. Erst in den letzten 2 Jahren ist eine gewisse Stagnation der Verlustleistung bei gleichzeitiger Steigerung der Rechenleistung zu beobachten.

Ein normaler Desktop PC mit Monitor und Peripheriegeräten benötigte bei normalen Office Anwendungen 2009 ca. 90 W. Wird er täglich 5 Stunden betrieben, ergeben sich Kosten für Elektroenergie von etwa 33 Euro.

Arbeitet man mit 3D Anwendungen können diese Werte auf mehr als das Dreifache steigen. Nachstehende übersicht zeigt eine Darstellung der Leistungsaufnahme einzelner PC Komponenten.

Monitore Röhren je nach Größe 50 W bis 100 W

Monitore 22 Zoll LCD 40 W bis 60 W

Monitore 22 Zoll LCD mit LED Hintergrundbeleuchtung 15 W bis 25 W

Prozessoren für Desktop PC 60 W bis 130 W

Grafikkarten je nach Modell 20 W bis 300 W

Flachbettscanner 7 W bis 20 W

Tintenstrahl-Drucker 15 W bis 45 W

Laser-Drucker 250 W bis 800 W Standby 5 W bis 80 W

Audio Boxen 4 W bis 20 W ( nicht mit PMPO - oder RMS Angaben verwechseln)

Für die meisten der aufgeführten Gruppen sind im Handel Ausführungen erhältlich, die die genannten Werte der Leistungsaufnahme noch überschreiten. Bei der Anschaffung sollte man wegen der Spanne in der Leistungsaufnahme entsprechend des vorgesehenen Verwendungszweckes und Modells optimal auswählen.

Prozessor und Grafikkarten regeln ihre Leistungsaufnahme entsprechend den Erfordernissen. Dazu sind entsprechende Betriebssysteme bzw. Treiber und gegebenenfalls spezielle Einstellungen erforderlich.

Beim Herunterfahren des Computers wird dieser ebenso wie die Peripherie nicht ganz ausgeschaltet. Es bleiben bis zu 15 W im Standby. Computer sind typische Vertreter der in Punkt 6.2.3.1 genannten Gerätegruppe.
Deshalb sollten sie immer über eine Steckdosenleiste vom Netz getrennt werden.

In den Betriebspausen sollte man die Sparmodi des jeweiligen Betriebssystems aktivieren. Wenn selten gedruckt wird, sollte der Drucker, besonders Laser-Drucker, separat vom Netz getrennt werden. Bei Tintenstrahldruckern kann dies bei einigen Modellen zu einem erhöhten Tintenverbrauch führen.

6.2.3.8. Unterhaltungselektronik

Für diese Gerätegruppe ist das in Punkt 6.2.3.1 Standby-Geräte bereits gesagte typisch. Es sollte wie dort aufgeführt verfahren werden.
Für TV Geräte gilt, je größer der Bildschirm, je größer der Energieverbrauch.

Ein weniger kontrastreiches und nicht so helles Bild senkt die Leistungsaufnahme des Fernsehgerätes. Die Einstellung sollte jedoch so vorgenommen werden, dass die Bildqualität nicht darunter leidet. Bei vom Hersteller vorgegebenen öko-Einstellungen ist dies oftmals nicht der Fall (das Bild wird zu dunkel, Inhalte mit geringer Helligkeit werden schwarz). Man sollte in einem solchen Fall die Einstellungen von Hand vornehmen.

LCD-Fernsehgeräte mit LED Hintergrundbeleuchtung haben gegenüber den herkömmlichen LCD-TV sowie den Plasmageräten eine deutlich geringere Leistungsaufnahme (Stromverbrauch).

6.2.4 Sonstige

Die Energie-Rechnungen sollten immer genau kontrolliert werden, da sie gar nicht so selten fehlerbehaftet sind. Dies gilt besonders bei Wohnungswechsel und Anbieterwechsel.

 

7. Literaturhinweise

Recknagel Sprenger Hönmann - Taschenbuch Heizung +Klima Technik 92/93 

 

www.meine-infos.de

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